Trends im E-Recruiting: Twitter - wenig Zeichen, viel Wirbel

Die einen halten die Textschnipsel für digitalen Müll, die anderen setzen große Stücke auf den schnellen Informationstransport. Fakt ist, dass kein anderes Medium derart unkompliziert Echtzeit-Informationen für ein Massenpublikum erlaubt wie Twitter.

Personalwirtschaft: Ausgabe 02/2010
Definition
Twitter wurde 2006 in den USA gegründet und ist ein soziales Netzwerk, das kurze Textnachrichten im Internet veröffentlicht (= Mikroblogging). Twitter basiert auf einer simplen Frage: „What are you doing?”. Die Antwort, Tweet genannt, darf 140 Zeichen lang sein und kann als SMS, Instant Messaging oder über die Twitter-Webseite veröffentlicht werden. Jeder darf lesen und kommentieren – weltweit. 
Screenshot Otto Twitter
Praxisbeispiel: Das Versandhaus Otto nutzt mit Twitter
Wege zur authentischen Zielgruppenansprache:
http://www.twitter.com/otto_jobs.
Wofür ist es gut?
Für das Recruiting besteht mit Twitter folgendes Potenzial:

Als Kanal für Stellenangebote: Unternehmen twittern, Mitarbeiter berichten von aktuellen Vakanzen. Mit Suchen wie "serch.twitter.com" oder "jobtweet.de" können Nutzer gezielt nach Stellenangeboten suchen. Auch Google und Bing binden Twitter in ihre Suchergebnisse ein.

Für das Employer Branding: Unternehmen können eigene Accounts einrichten. Karriere-Testimonials äußern sich mit Statements zum Berufsleben und kleinen und großen Erlebnissen. In diesem Medium mit hoher Veröffentlichungsfrequenz müssen die Beträge unbedingt authentisch sein, sonst kehrt sich der Effekt um, die Nachrichten verlieren an Glaubwürdigkeit und schaden so dem Unternehmen mehr als sie nützen. Aber auch die Platzierung in Suchmaschinen verbessern sich mit gut gewählten Twitter-Namen, durch geschickt gewählte Themen und Schlagworte lässt sich die Arbeitgebermarke gezielt schärfen.

Als Recherche-Plattform: Jeder Twitter-Nutzer möchte gefunden werden, Feedback erhalten, Follower finden. Er kommuniziert unter anderem auch über sein Berufsleben. Recruitier können nach qualifizierten Kandidaten suchen anhand der Beiträge Wechselwillige herausfinden und daran anknüpfen. Anwendungen wie "TweetBeep" helfen, indem Begriffe definiert werden, bei deren Erwähnung man eine Benachrichtigung per E-Mail erhält.
Screenshot Bertelsmann Twitter
Praxisbeispiel: Bertelsmann twittert, um Bewerber
dort abzuholen, wo sie sich aufhalten:
http://twitter.com/BertelsmannCYOC.
Nach enormen Zuwachsraten an Nutzern im letzten Jahr sind die Zahlen seit Herbst 2009 leicht rückläufig beziehungsweise weniger stark steigend. Auch wenn die Nutzerzahlen sich auf einem gewissen Niveau einpendeln, ist Twitter bereits heute ein spannendes Instrument, um eine technikaffine Bewerber-Zielgruppe zu erreichen. Laut der 28. W3B-Umfrage von Fittkau & Maaß vom April/Mai 2009, sind die typischen Nutzer jung, zu zwei Dritteln nicht einmal 40 Jahre alt. Momentan kommen sie bevorzugt aus den Branchen EDV, Medien/Verlagswesen sowie Multimedia/Internet – was sich aber schnell ausweiten kann.
Autor:
Ingolf Teetz,
Chief Technical Officer,
milch & zucker AG, Bad Nauheim,
E-Mail: i.teetz@milchundzucker.de

Den Artikel als 'Trends im E-Recruiting: Twitter' und die dazugehörige Checkliste als pdf downloaden. Alle Checklisten zum Thema befinden sich auch auf der Website der Personalwirtschaft.