Bitte recht ernsthaft

Beim Online-Portal Linkedin können die Nutzer, ähnlich wie bei Facebook, Kontakte knüpfen – und doch ist alles ein bisschen anders als bei der „Freunde“-Community.

Personalwirtschaft: Ausgabe 07/2010
Definition:
Linkedin (www.linkedin.com) ist ein internationales Netzwerk zur Pflege von Geschäftskontakten. Im Gegensatz zu Facebook, das eher private Kontakte („Freunde“)  zum Ziel hat, definiert sich Linkedin als Community für Fach- und Führungskräfte. Gegründet wurde Linkedin 2003 in Kalifornien, rund zwei Jahre vor dem deutschen Pendant Xing. Linkedin hat 65 Millionen Nutzer in 200 Ländern, rund eine Million Nutzer sind aus der D-A-CH-Region. Linkedin ist eine der am stärksten wachsenden „Social Communities“. In Deutschland wird es häufig von Recruitern bei der Kandidatensuche genutzt. Die Nutzung von Linkedin ist im Standardpaket kostenlos, die zahlreichen Anwendungen und Werbemöglichkeiten sind kostenpflichtig.

Über einen Link auf der Bertelsmann-Karriereseite werden Besucher direkt auf die Linkedin-gruppe geleitet.
Wofür ist es gut?
Linkedin positioniert sich als Plattform für die Ansprache von passiv Stellensuchenden.
Einzelpersonen können sich für Recruiter interessant machen, indem sie sich in Diskussionsgruppen beteiligen und im Bereich „Fragen & Antworten“ als Experten hervortun. Außerdem können sie ein umfangreiches Profil mit ihrem beruflichen Werdegang anlegen und durch Empfehlungen anderer Nutzer aufwerten.
Unternehmen präsentieren sich mithilfe eines Firmenprofils. Neben Informationen
zum Unternehmen werden automatische Updates, beispielsweise über Beförderungen oder neue Mitarbeiter, veröffentlicht – Voraussetzung ist, dass diese Mitarbeiter auch Linkedin-Nutzer sind. Linkedin ermittelt aus den Mitarbeiterprofilen statistische Daten, die im Unternehmensprofil angezeigt werden.

Der in die Plattform integrierte Stellenmarkt basiert auf umfassenden Matching- und Targeting-Techniken. Unternehmen können – regional beschränkt – Stellenanzeigen direkt für ganz bestimmte Zielgruppen schalten und umfangreiche Daten zu bestimmten Tätigkeiten und Berufsgruppen sowie gesuchten Talenten selektieren. Speziell für Recruiter gibt es weiterführende Linkedin-Anwendungen:
  • Gezielte Suche und Ansprache passiver Kandidaten,
  • Veröffentlichung von Stellenanzeigen im Stellenmarkt und direkt auf der Startseite der Zielgruppe,
  • Virale Verteilung von Stellenanzeigen,
  • Aufbau einer Kandidaten-Pipeline mittels Direktmarketing-Kampagnen,
  • Spezielle Linkedin-Karrierewebseiten sowie diverse Online-Werbeformate.
Bertelsmann Linkedin Gruppe
Die Bertelsmann AG nutzt Linkedin als Kommunikationsplattform für Mitarbeiter, Bewerber und Kunden.
Praxisbeispiele
Die Bertelsmann AG nutzt Linkedin als Kommunikationsplattform für Mitarbeiter, Bewerber und Kunden. In der Gruppe "Bertelsmann Global Network – Let’s connect" sind Mitglieder aufgerufen, Ideen und Trends zu diskutieren und sich auszutauschen. Über einen Link auf der Karrierewebseite www.createyourowncareer.de werden Besucher direkt auf die Linkedin Gruppe geleitet. Auch Unternehmen wie E.ON und OTTO informieren die Linkedin-Community mittels ausführlicher Unternehmensprofilen.
Autor:
Carsten Franke,
Vorstand
milch & zucker AG, Bad Nauheim
E-Mail: c.franke@milchundzucker.de

Den Artikel 'Trends im E-Recruiting: Linkedin - Bitte recht ernsthaft?' und die dazugehörige Checkliste als pdf downloaden. Alle Checklisten zum Thema befinden sich auch auf der Website der Personalwirtschaft.