Trends im E-Recruiting: Facebook - entbehrlich oder essentiell?

In Facebook vernetzen sich Freunde und Bekannte. Dieses soziale Netzwerk dient Recruitern daher eher dem Arbeitgeberimage und der Bindung potenzieller Kandidaten als der Gewinnung konkreter Bewerbungen. Denn Werbung wird dort nicht gerne gesehen.

Personalwirtschaft: Ausgabe 04/2010
Definition
Facebook (www.facebook.de) ist eine – bislang kostenlose – Webseite, die ein soziales  Netzwerk zwischen registrierten Mitgliedern aufbaut und mit verschiedenen Funktionen unterstützt. Im Jahr 2004 als Webseite für Harvard-Studenten konzipiert, ist das Netzwerk
mittlerweile in 70 Sprachen verfügbar. In Deutschland hat Facebook über sechs Millionen Nutzer (Stand Februar 2010), darunter auch Mitarbeiter und potenzielle Kandidaten. Nutzer legen sich eine Profilseite an und vernetzen sich mit Freunden und Bekannten, die dadurch Zugriff auf die Inhalte der Profilseite erhalten. Die Nutzer erstellen Beiträge und laden Fotos hoch. Die „Freunde“ können Beiträge kommentieren, weiterleiten, miteinander chatten, Gruppen bilden, und vieles mehr. Nutzer sollten sich bewusst sein, dass die Informationen und Daten von Facebook ausgewertet und genutzt werden. Informationen dazu findet der Nutzer im Impressum: http://www.facebook.com/terms.php?ref=pf

Die Jobbörse JobStairs beantwortet Jobanfragen von Bewerbern direkt auf der Pinnwand und bietet als Applikation eine Stellensuche direkt in Facebook.
Wofür ist es gut?
Facebook ist eine Plattform, um immer wieder im „Blickfeld“ des Bewerbers aufzutauchen, dort Aufmerksamkeit zu erregen, wo er sich im Internet aufhält. Aussagen und Empfehlungen der eigenen Freunde werden als glaubwürdiger und authentischer
eingeschätzt als Werbung von Unternehmen. Unternehmen können Diskussionsgruppen
bilden oder sogenannte „Fan Pages“ erstellen und mit Anwendern in einen direkten
Dialog treten, der hier direkter und ungezwungener stattfindet. Facebook-Nutzer werden „Fan“ der Seite und erhalten alle Beiträge, die hier geschrieben werden. Wichtig ist, dass es Mitarbeiter im Unternehmen geben muss, die die Fanseite füllen und in den Dialog treten (dürfen). Weitere Optionen: Anzeigen in Facebook schalten, die Zielgruppen können dabei nach Region, Alter und Hochschulabschluss eingeschränkt werden. Über eine
Programmierschnittstelle („API“) können externe Applikationen angeboten werden, die mit Facebook kompatibel sind. Hier können die Daten der Facebook-Mitglieder helfen, um spezifische Angebote zu machen.

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Bevor sich ein Unternehmen mit sozialen Netzwerken auseinandersetzt, sollte es seine Hausaufgaben erledigt haben: eine exzellente Karrierewebseite und wertschätzende Recruiting-Prozesse bieten. Facebook dient eher dem Arbeitgeberimage und der Bindung potenzieller Kandidaten als der direkten Gewinnung konkreter Bewerbungen. Jedes Unternehmen muss das richtige Maß und die passende Strategie individuell für sich festlegen, denn im privaten Umfeld, zu dem Facebook bei den meisten Nutzern zählt, wird Werbung kritisch wahrgenommen.
Autor:
Carsten Franke,
Vorstand
milch & zucker AG, Bad Nauheim
E-Mail: c.franke@milchundzucker.de

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