Arbeitgebermarke trifft Personenmarke
Twitter, diesem Begriff begegnet man momentan inflationär häufig. Jedoch die Geister scheiden sich daran. Die einen halten die 140 Zeichen kurzen Nachrichtenschnipsel für digitalen Müll, die anderen setzen große Stücke auf schnellsten Informationstransport mit Schneeballeffekt. Was davon stimmt? Wie immer beides. Oder das, was man daraus macht.

(Quelle: http://www.twitter.com/otto_jobs )
Wenig Zeichen, viel Wirbel
Sicher findet man viele unsinnige Beiträge - wie zum Beispiel noch heute fassungslos gelesene acht Einträge einer jungen Frau zum Status Ihres gerade in der Leerung befindlichen Mac-Mülleimers. Fakt ist aber auch, dass bislang kein anderes Medium derart schnell und unkomplizierte Echtzeitnews für das Massenpublikum erlaubt - und damit zu einem politischen und natürlich auch wirtschaftlichem Instrument wird.
Greifen wir das HR-Marketing und -Management aus der Fülle der Themenbereiche heraus: Man suche nur einmal nach Begriffen wie "freelance", "joboffer" oder "stellenangebot". Tatsächlich gibt es immer wieder einige interessante Suchergebnisse, und setzt man sich wirklich intensiv mit der Suche auseinander, kann man durchaus einen Treffer landen und eine Stelle finden. Natürlich steht auch hier hintenan der klassische Bewerbungsweg, per E-Mail oder Post mit Referenzliste und Zeugnissen.
Menschen über sich und ihre Jobs
Oftmals findet man Stellenangebote von kleineren Unternehmen, oder von Mitarbeitern größerer Unternehmen, die von einer aktuellen Vakanz aus nächster Nähe berichten. Dieser Ansatz kann und sollte professionalisiert werden. Denkbar sind hier Twitterkanäle, über die ein Unternehmen offiziell und in eigenem Namen veröffentlicht. Interessant sind aber auch quasi-private Nachrichten von Mitarbeitern aus Unternehmen heraus, die - speziell geschult - gezielte Twitter-PR für das Unternehmen betreiben. Oder lassen Sie Ihre Karriere-Testimonials lebendig werden - mit täglichen Kurzstatements zum Berufsleben, kleinen und großen Erfolgserlebnissen. Aber Achtung, es muss authentisch sein, sonst kehrt sich der Effekt um, die persönlichen Nachrichten verlieren an Glaubwürdigkeit und damit schadet sich das gesamte Unternehmen mit seiner aufwändig positionierten Arbeitgebermarke. Unterschätzen Sie nicht den Vernetzungsgrad der Social-Communitys. Nachrichten aus Twitter, ob positiv oder negativ, verbreiten sich rasant über Blogs, Onlineredaktionen bis hin zu den Printmedien. Platzieren sie sich positiv im digitalen Gedächtnis!
Die Chancen zur Unternehmenskommunikation per Twitter sind damit grob umrissen. Dem gegenüber stehen Personen, die selbst veröffentlichen, sich in den verschiedensten Plattformen online präsentieren und mit jeder Zeile und jedem veröffentlichten Bild oder Video an Ihrer persönlichen Marke feilen. Ob sie das wollen, oder nicht. Ob sie sich darüber bewusst sind, oder nicht. Gerade ein Medium mit extrem hoher Veröffentlichungsfrequenz wie Twitter sollte unter dem eigenen echten Namen mit Bedacht genutzt werden, denn alle Veröffentlichungen bleiben im Speicher der Suchmaschinen. Platzierungen in Suchmaschinen wie Google und Bing verbessern sich mit gut gewählten Twitter-Namen erheblich und durch geschickt gewählte Themen und Schlagworte lässt sich die Personenmarke gezielt schärfen. So haben heute auch Personalabteilungen neue Möglichkeiten, selbst aktiv auf die Suche nach potenziellen Mitarbeitern zu gehen. Passiv auf eingehende Bewerbungen zu hoffen, vielleicht noch einen Headhunter zu engagieren, das kann nicht mehr als Einzelstrategie für schwierig zu besetzende Stellen reichen. Nutzen Sie Twitter als Recherchetool!
Es liegt an uns, den Nutzern, was aus Twitter wird. Ein wildes Wortgemenge oder eine wahre Kommunikations-Revolution! Kommen Sie auf uns zu, wir als HR-Marketingspezialisten zeigen Ihnen gerne, wie Sie Ihre Kommunikation zielgenau beschleunigen.
(Autor: Tanja Lengler)

Twitter Checkliste