Social Media Strategie zur Mitarbeitergewinnung

Die Karriereseiten der Unternehmen sind die Anlaufstelle für Stellensuchende. Hier  gewinnen potenzielle Bewerber mehr als nur einen ersten Eindruck. Hier haben Unternehmen die Chance, sich selbst optimal zu präsentieren und die Zielgruppen gemäß Ihres Informationsbedürfnisses abzuholen. Auf der einen Seite muss dieser Auftritt Image transportieren - auf der anderen Seite aber auch authentisch, lebendig und dynamisch sein. Denn wer heute im Internet in Sachen Karriere auf Informationssuche ist, gibt sich nicht mehr mit statischen, vorkonfektionierten Inhalten zufrieden.
Die Gratwanderung zwischen geplanter und offener Kommunikation wagen immer mehr Unternehmen. Denn für das Recruiting und Employer Branding mit Social Media Plattformen gilt: Mehr Möglichkeiten, mehr Verantwortung - und mehr Chancen als jemals zuvor. 

Vorausgehen sollte jedoch immer eine umfassende Analyse dessen, was gewünscht, möglich und ratsam ist. Eine professionelle Umsetzung ist die Basis der Präsenz eines Unternehmens in der Social Media Landschaft - denn virale Prozesse sind vorab einzuschätzen. 

Wir stellen Ihnen knapp zusammengefasst die Social Media Strategien drei verschiedener Unternehmen aus verschiedenen Branchen vor: die der Hypovereinsbank, von Bertelsmann und von OTTO. Eine Checkliste verschafft Ihnen ergänzend einen schnellen Überblick über wichtige Eckpunkte auf dem Weg zu den eigenen Social Media Aktivitäten.

Auf Youtube bietet die HVB direkte und persönliche Einblicke in Azubiveranstaltungen

Die Hypovereinsbank (HVB), ein Unternehmen der UniCredit Group mit Hauptsitz in München erschließt neue Wege, Schulabgänger und Abiturienten des Großraums München anzusprechen, um sie als Auszubildende zu gewinnen. Als Social Media Plattformen sind die "lokalisten.de" als in Süddeutschland sehr präsente Community sowie Facebook und YouTube von besonderem Interesse. Hier sind Auszubildende und junge Mitarbeiter der HVB privat aktiv und stellen sich darüber hinaus als Informanten in Sachen Ausbildung, Beruf und HVB zur Verfügung. Eine Aufgabe, auf die man sich unter Einbezug der Auszubildenden intensiv vorbereitet hat. Der Austausch im Web verläuft zwanglos und beschränkt sich nicht auf fachbezogene Themen. Der Vorteil: Mitarbeiter der HVB zeigen Persönlichkeit und geben gleichzeitig einen Einblick in die Unternehmenskultur. Bewerber erfahren aus erster Hand welcher Typ Mensch bei der HVB gefragt ist und mit welchen Eigenschaften man sich dort fachlich und persönlich wohl fühlt. Im Zuge von Events und Kennenlernveranstaltungen von Auszubildenden wurden kurze Videos gedreht, die auf YouTube veröffentlicht sind. Alle Social Media Kanäle finden sich gebündelt auf der HVB Karriereseite, wo Links zu allen Netzwerken zur Verfügung stehen. So zeigt sich die HVB auf einen Blick offen für neue Kommunikationswege, bietet ungefilterten Einblick, demonstriert Vertrauen in die eigenen Mitarbeiter. Und das alles im Sinne der Arbeitgebermarke!


Das Bertelsmann Twitter Widget für den eigenen Desktop ist eines von vielen Beispielen, über welche Wege man Zielgruppen informieren kann
Schlagworte der Unternehmenskultur bei Bertelsmann sind unter anderem Partnerschaft und Kreativität. Zu dieser Prämisse passt die offene Kommunikation und Selbstpräsentation über Social Media Plattformen hervorragend - persönlich, innovativ, nah, mutig mit kreativen und ehrlichen Inhalten. Das Unternehmen hat sich früh mit den typischen Vorbehalten gegen eine Web 2.0 Präsenz auseinandergesetzt. Meinungen wie "Zeitverschwendung, Kinderkram, imageschädigend, unseriös, was hat das mit Recruiting zu tun…" wurden längst wiederlegt - schon nach einem Jahr konnte Bertelsmann renommierte Preise für beste Karrierewebseiten einstreichen. Zum Beispiel als Top Career Website 2009 (potentialpark) mit jeweils einem ersten Platz in Nordamerika, Europa und Zentral- und Osteuropa sowie mit dem HR Alliance Award 2009 und dem Personalwirtschaftspreis 2009. Ein wichtiger Tipp des Unternehmens auf dem Weg zum Recruiting-Erfolg über Social Media Plattformen lautet in erster Linie: Geduld haben. Wer sofort ein "Return of Investment" erwartet, ist hier schlecht beraten. Kommunikation braucht Zeit und erfordert Einsatz der Mitarbeiter, denn ein ganzes Netzwerk muss entstehen und gepflegt werden. 

Bertelsmann setzt im Rahmen seiner Strategie auf die Plattformen XING und LinkedIn als Seiten mit hohem Anteil an Berufstätigen sowie auf Facebook und Twitter, über die in erster Linie persönliche Mitteilungen und Neuigkeiten mit oder auch mal ohne Jobbezug ausgetauscht werden. Abgerundet wird das Angebot mit Videos auf YouTube und Fotos auf flickr, die in alle Plattformen eingebunden werden. Das Highlight ist der Zugriff auf alle Kanäle nicht nur über die eigene Karriereseite, sondern per Widget als Desktop-Applikation. 

Mitarbeiter haben die Freiheit, all diese Kommunikationswege mit eigener Tonality zu beschreiten. Und die Resonanz? Ist durchweg positiv: "Man fühlt sich, als wäre man bereits im Unternehmen", "Bertelsmann hat ein beeindruckendes Netzwerk geschaffen ", "Ich finde es klasse, wie viel man über das Unternehmen und seine Mitarbeiter erfährt. Außerdem ist das Widget super, so kann ich von meinem Desktop aus entscheiden, wie ich das Unternehmen kontaktieren möchte."

Eine sinvolle Bündelung der Kanäle demonstriert OTTO in Hamburg mit seiner Social Media Landingpage www.ottogroup.com/karrierenews
Bei OTTO in Hamburg stehen die Zeichen schon seit geraumer Zeit auf Social Media Aktivitäten. Mit den Erfahrungen aus dem Bereich der neuen Medien – OTTO betreibt nach amazon den zweitgrößten Onlineshop weltweit und hat bereits mehrere innovative Plattformen wie beispielsweise die Shoppingcommunity smatch.com oder das Modeblog twoforfashion.com ins Leben gerufen – implementiert man nun auch im HR Marketing eine Social Media Strategie zur Ansprache der besonders onlineaffinen Zielgruppe der Auszubildenden. Dabei ist man sich in Hamburg der Diskrepanz zwischen scheinbar einfacher Kommunikation über bereits existierende Plattformen und der redaktionellen Verantwortung, die tatsächlich dahinter steckt, bewusst. Aus diesem Grund wurden entsprechende Maßnahmen in enger Zusammenarbeit mit den Auszubildenden geplant und realisiert. Ob Facebook, Twitter, Youtube oder die eigene Landingpage unter ottogroup.com/karrierenews, alle Kanäle werden regelmäßig bestückt und sind miteinander vernetzt. Abgerundet werden regelmäßige Informationen über Ausbildungsveranstaltungen, Inhalte und Einblicke in den Arbeitsalltag durch eigens produzierte virale Spots. Und weitere Aktivitäten sind bereits geplant.

Unterm Strich gewährleistet man bei OTTO nicht zuletzt durch die Einbindung der Zielgruppe selbst, der eigenen Auszubildenden, größten Wert auf regelmäßige, relevante und spannende Inhalte und trifft somit den Kern sämtlicher Social Media Aktivitäten. 

Es wird deutlich: Social Media ist kein "nice to have" mehr, als Unternehmen sollte man sich mit den Social Community Plattformen auseinandersetzen. Selbstverständlich muss der Einsatz immer in Abgleich mit der strategischen Ausrichtung der Arbeitgebermarke erfolgen. Zudem gilt es, den Reiz der einfachen Informationsvermittlung mit dem dahinter stehenden redaktionellen Aufwand abzugleichen. Häufig werden personelle Kapazitäten unterschätzt, das Ergebnis sind „tote Kanäle“ und mehr Imageschädigung als Imagegewinn. 

Die Entwicklung in den Social Communities schreitet rasch voran. Unternehmen, die früh dabei waren, haben bereits umfassende Netzwerke geschaffen. Noch spürt man den Geist der ersten Stunde des Recruiting über Social Media Plattformen. Also, überprüfen Sie Ihre Strategie und die Möglichkeiten der direkten, authentischen Kommunikation mit Ihren Bewerbern. Und gehen Sie raus an die Öffentlichkeit, werden Sie Teil des globalen Recruitingnetzwerks!

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