Finden und gefunden werden

Warum erhält ein Unternehmen hunderte oder gar tausende Bewerbungen auf eine Ausschreibung - und ein anderes kaum eine Einzige? Setzen Sie ganz vorne an: Ein Unternehmen muss bekannt sein. Das klingt selbstverständlich, dennoch gerät das mitunter in Vergessenheit. Und selbst wenn das Unternehmen durch Produkte oder Dienstleistungen bekannt ist, bedeutet das nicht, dass es auch als potenzieller Arbeitgeber in den Köpfen der Menschen präsent ist. Denn Marke und Arbeitgebermarke können völlig verschiedene Schwerpunkte setzen.

Die wichtigsten Meilensteine ins Bewusstsein der Stellensuchenden, von der Marke zur Arbeitgebermarke, von der Shortlist zum Employer of Choice, fassen wir hier für Sie zusammen. Schauen Sie, wo Ihr Unternehmen steht.


1. Schritt: Status Quo
Um sich erfolgreich auf den Weg zu machen, muss man zuerst wissen, wo man steht. Nur so können Sie die richtige Richtung einschlagen und die für Sie passende Strategie planen. Das Ziel ist bereits geklärt: Ihr Unternehmen soll zum Employer-of-Choice werden. Hat ein Bewerber die Option, zwischen mehreren attraktiven Arbeitsverträgen auszuwählen, soll Ihr Unternehmen den Zuschlag erhalten.

Zu allererst stellt sich die Frage, ob und wie bekannt Ihr Unternehmen ist. Gerade schwer zu besetzende Stellen mit speziellen Anforderungen an die Qualifikationen der Bewerber sind oft überregional auszuschreiben. Über die eigene Region hinaus weht jedoch ein schärferer Wind, der Konkurrenzdruck zwischen den suchenden Unternehmen ist größer, also muss die eigene Positionierung besonders prägnant sein. Nutzen Sie von der klassischen Annonce, über Pressemitteilungen bis hin zur Unternehmenswebseite und sozialen Netzwerken im Internet alle für die entsprechende Zielgruppe passenden Medien, um sich als Arbeitgeber vorzustellen. Bieten Sie in der öffentlichen Wahrnehmung positiv belegte Produkte oder Dienstleistungen an, haben Sie hier vermutlich bereits einen Vorteil.


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2. Schritt: Von Wahrnehmung und Inhalten
Sie haben es geschafft, der Name Ihres Unternehmens wird wiedererkannt und Ihr Unternehmen wird als potenzieller Arbeitgeber wahrgenommen. Damit ist die erste und wichtigste Hürde genommen. Ihre Stellenanzeigen werden gefunden, Bewerbungen gehen per Post, E-Mail oder online über Bewerbungsformulare ein - aber leider nicht die passenden.

Hier liegt die zweite große Hürde: Nicht nur der Bewerber muss wissen, was er will. Auch das Unternehmen muss präzisieren können, was und wen es sucht. Es reicht nicht, die Anzeigen in der Corporate Identity zu veröffentlichen, auch der Inhalt muss stimmen und zwar der Inhalt aller Kommunikationsmittel – egal ob Imagebroschüre, Karrierewebsite oder Stellenausschreibung. Nutzen Sie die Gelegenheit, sich durch Form und Formulierung auf allen Kanälen als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren. Sie müssen überzeugen, auf den Punkt kommen und die Arbeitgeberwerte transportieren.

Übrigens: Stellensuchende bewerben sich am liebsten per E-Mail, gefolgt von schriftlichen Bewerbungen, erst an dritter Stelle folgen Bewerbungen per Formular. Diese Vorliebe verläuft konträr zu der Präferenz der Firmen. Sie erhalten am liebsten Bewerbungen per Onlineformular. Unternehmen sollten die Vorteile der Formularbewerbung für ihre Kandidaten herausstellen und darauf achten, die Formulare so kurz wie möglich zu halten. Hier haben Sie auch eine Möglichkeit an Ihrem Arbeitgeberimage zu feilen. Aber greifen wir nicht vor, denn mehr zur optimalen inhaltlichen und visuellen Gestaltung von Bewerbungsformularen erfahren Sie in einem unserer nächsten Newsletter.


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3. Schritt: Von der Verhandlung zur Unterschrift
Sie haben alles richtig gemacht: Sie erhalten Rückmeldung von passenden Bewerbern und führen Auswahlverfahren durch. Im direkten Bewerberkontakt konnten Sie die durch die Anzeigen vermittelten Vorstellungen über ihr Unternehmen verifizieren. Sind alle Konditionen verhandelt und geklärt, der Arbeitsvertag gedruckt, fehlt nur noch die Unterschrift. Aber es ist noch nicht geschafft, denn die endgültige Entscheidung des Bewerbers für Ihr Unternehmen fällt erst mit seiner Unterzeichnung.

Hochqualifizierte Bewerber haben oft mehrere Verträge zur Auswahl, deshalb sollten Sie alle Trümpfe ausgespielt, ihre Unternehmenskultur offen kommuniziert und alle Vorteile von Standort bis Weiterentwicklungsmöglichkeiten dargestellt haben. Auch hier gilt die Prämisse: Sie müssen Ihr Unternehmen kennen, im Vergleich zur Konkurrenz analysieren und Ihre Vorteile klar herausstellen. So haben Sie die besten und überzeugendsten Argumente auf Ihrer Seite und erhalten den Zuschlag.

4. Schritt: Versprechen einhalten
Danach heißt es für beide Seiten, die Versprechen einzuhalten, gemeinsam motiviert am Strang der übergeordneten Unternehmensziele zu ziehen und wirklich zusammenzuwachsen. Unternehmen, die echtes Interesse an ihren Mitarbeitern haben, Potenziale fördern und für Ziele und Erfolgserlebnisse sorgen, können sich Ihres Teams sicher sein. Denn dann sind die Mitarbeiter ein Teil des Unternehmens. Sie arbeiten nicht einfach für das Unternehmen, sie identifizieren sich mit ihm. Das sollte eigentlich selbstverständlich sein - aber richten wir die Aufmerksamkeit abschließend kurz auf:
Die allgemeine Lage der Mitarbeiterzufriedenheit
Aktuelle Ergebnisse des Engagement-Index der Unternehmensberatung Gallup zeigen, dass 87 Prozent der Angestellten in Deutschland keine echte Verpflichtung ihrem Arbeitgeber gegenüber fühlen. Etwas mehr als zwei Drittel machen "Dienst nach Vorschrift" und fast ein Fünftel hat bereits "innerlich gekündigt". Das sind erschreckende Zahlen, jeder Unternehmer sollte sich dessen bewusst sein und sich über den Status der eigenen Mitarbeiterzufriedenheit Gedanken machen. Dabei ist nicht zu vergessen, dass unzufriedene ausgeschiedene Mitarbeiter einen Imageschaden für das Unternehmen bedeuten können. Schlechte Erfahrungen und Unzufriedenheiten verbreiten sich schnell, per Hörensagen oder über soziale Netzwerke. Und damit wären wir wieder bei Schritt eins: Der positiven Positionierung des Unternehmens am Arbeitsmarkt.


Wenn Sie mehr zum Thema wissen möchten - melden Sie sich gerne.

Auf ein persönliches Gespräch freut sich
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Tel: 0541 – 600 49 - 54


(Autor: Tanja Lengler)