Zählen ist wieder in

Früher, in der Steinzeit des Internet, hatte (fast) jede Homepage auf der Startseite einen mehr oder weniger dezenten Hinweis, der in etwa so lautete: "Sie sind der 358te Besucher". Dann ein Reload. "Sie sind der 359te Besucher". Auf den ersten Blick erkennt man den Schwachpunkt der Angelegenheit: keinerlei Aussage darüber, wer wie lange was auf der Seite gelesen hat.

Heute begegnen wir der "Zählomanie" bei Twitter, facebook, auf Blogs, bei ebay und an unzähligen anderen Stellen. Wichtig ist: Wer hat die meisten Follower oder Freunde, die meisten Kommentare, die meisten Bewertungen, welcher Text wurde wie oft weitergeleitet…
Allgemein gilt doch: Qualität ist besser als Quantität. Da man jedoch die Qualität nicht ohne weiteres messen kann, ist es besser zumindestens die Menge einer Sache zu kennen, als gar keine Werte zu haben, so eine häufige Einschätzung. Dem kann man unter dem Vorbehalt zustimmen, dass man sich stets über die eingeschränkte Aussagekraft der rein quantitativen Daten bewusst sein muss.

Manch quantitative Aussage über einen Zähler lässt aber auch durchaus auf die Qualität eines dahinterliegenden Inhaltes schließen. Zum Beispiel "Tweet Me" Buttons, über die man seinen Lesern ermöglicht, die eigenen Webinhalte per Twitter zu verbreiten. Der Zähler hält fest, wie häufig der betreffende Inhalt "weitergetwittert" wurde. Ist hier ein hoher Wert erreicht, hat das durchaus eine Aussage über die Qualität des eigenen Webinhaltes. Denn wer verbreitet schon Uninteressantes unter seinen eigenen Followern und Freunden. Ähnlich lässt sich für den facebook "Gefällt mir" oder "Share" Button argumentieren. Gefällt ein bestimmter Beitrag sehr vielen Personen, muss etwas dahinter sein.
Hohe Zählerstände sind außerdem die Initialzündung für virales Marketing in Social Media Netzwerken.

Was offensichtlich viele interessiert, dahin schaut man selbst auch gerne einmal. Was für viele relevant ist, zählt.

Also zählen Sie beruhigt weiter - wir tun es auch. :)


(Autor: Tanja Lengler)